13 October 2023No Comments

Viele Sprachen, kein Zuhause

Vor einigen Wochen durfte ich für eine Folge zu Mehrsprachigkeit bei SRF Input ein Interview geben. Dabei realisierte ich, meine Mehrsprachigkeit ist vielschichtiger als ich denke und hauteng mit dem Gefühl von (Un-)Zugehörigkeit verknüpft.

Read more

3 May 2023No Comments

Mein Smartphone – ein blinder Fleck

Erst eine Woche Digital-Detox zeigte: Die Selbständigkeit hatte ich professionell deformiert und meine Smartphone-Sucht war mir nicht bewusst.

Eine Woche ohne Smartphone

Als ein Journalist im Freundeskreis rumfragte, ob jemand für eine Reportage eine Woche lang aufs Smartphone verzichten würde, war ich sofort dabei. Dass ich oft am Handy war, wenn meine Kinder mir dringend etwas erzählen wollten, nervte mich schon lange. Ich hatte mir auch gerade das Buch «Verbunden» von Anna Miller besorgt. Das Timing schien perfekt und ich überreif.

Im Vorgespräch bemerkte Michael Feller von der Berner Zeitung, ich hätte doch schon eine gute Handy-Hygiene. Seit Jahren schaue ich morgens erst nach einer Stunde Morning Routine erstmals aufs Smartphone. Ich habe längst alle digitalen Geräte aus dem Schlafzimmer verbannt. Trotzdem bin ich durch meine Selbständigkeit viele Stunden allein und habe wenig Austausch. Das Handy ist meine Verbindung zur Aussenwelt und oft willkommene Ablenkung, wenn ich mir vorgenommen habe, fokussiert zu arbeiten.

Die Redaktion stellte mir für die Digital-Detox-Woche ein Dumbphone zur Verfügung, damit ich von unterwegs telefonisch und via old-school SMS erreichbar sein konnte. Ich handelte mir aus, dass ich vom Laptop aus, Whatsapp- und Signal-Nachrichten beantworten durfte, da ein Grossteil meiner beruflichen Kommunikation über diese Kanäle läuft.

Kurz vor Start fühlte ich mich wie vor einer Fastenkur oder einem Schweigeretreat: leicht panisch. Fast bereute ich meine Zusage. Völlig irrational ahnte ich Katastrophen voraus: Was wenn mir etwas durch die Lappen ging? Was wenn mich jemand suchte und mich nicht erreichen konnte oder schlimmer, vor verschlossener Türe stand?

Gleichzeitig kamen mir meine Sorgen absurd vor, denn ich würde ja weiterhin erreichbar sein. Einfach nicht ständig.

Ausgebremst

Meine Detox startete an einem Samstag. Ich schrubbte Küche und Bad und mir fiel auf, dass ich es diesmal nicht eilig hatte. Ich ging auch nicht immer wieder zum Regal, wo mein Handy üblicherweise liegt, um kurz mit dem Putzhandschuh aufs Display zu tippen und Nachrichten zu checken. 

Das Experiment hatte kaum begonnen und schon machte sich ein anderes Zeitgefühl in mir breit. Ohne die vielen Mikrounterbrechungen durch Messages und ohne Sehnsucht nach dem nächsten Social-Media-Dopamin-Kick fühlte ich mich entschleunigt und angenehm ineffizient.

Mir fiel auf, wie viel entspannter ich war, wenn ich Nachrichten und Mails gebündelt vom Laptop aus beantwortete. Ganz automatisch richteten sich bestimmte Zeitslots ein, während denen ich sozusagen die Korrespondenz erledigte. Wenn ich unterwegs war, gab es nichts zu tippseln.

Ich hatte immer gedacht, es sei so effizient, Dinge sofort zu erledigen. Aber – wenn ich dieses Bild von Anna Miller ausleihen darf – das ist so, als würden wir jedes Mal einen Waschgang starten, wenn eine dreckige Socke in den Wäschekorb fällt. Je früher man antwortet, desto schneller kommt auch eine Nachricht zurück, die wieder abgearbeitet werden will. Ein Teufelskreis.

Einfach warten

Am Montag, als ich die Kleine vom Kindergarten abholte, wartete ich zum ersten Mal seit Jahren, ohne mein Handy zu zücken. Für einen Augenblick kam wieder Panik auf. Doch dann liess ich meinen Blick über die Baumkronen zum Himmel schweifen, sog die Weite in mir auf. Laut dieser SRF Input Sendung sind solche Pausen für das Gehirn besonders erholsam. Auch wenn ich zu Fuss oder mit der Tram unterwegs war, gab es kein Hintergrundrauschen durch einen Podcast, kein Sprachnachrichten-Abhören. Ich beobachtete und erlebte meine Umwelt. 

Während mein Sohn Hausaufgaben machte, setzte ich mich neben ihn und las in einem Magazin, ohne ständig aufzuspringen, um aufs Handy zu schauen. Ich ging im Wald spazieren und hörte das Vogelgezwitscher, weil ich keine Kopfhörer aufhatte. 

Nicht ausgebrannt, nur abgelenkt

Die letzten Monate fühlte mich wenig kreativ und fand keine Befriedigung beim Unterrichten – ein Gefühl, das ich in meinen vierzehn Jahren als Yogalehrerin nie gehabt hatte. Mir schienen die Ideen auszugehen und ich musste mir die Klassen aus den Fingern saugen.

War ich einfach ausgebrannt? Oder war ich mittlerweile zu routiniert, so dass ich mich langweilte? 

Die erste Yogastunde ohne mein Smartphone war eine Offenbarung! Auch meine Yoga-Musik spiele ich via Smartphone-App ab. Seit Apple Music auf Abosystem umgestellt hat, habe ich im Flugmodus keinen Zugang mehr zu meiner Musikbibliothek. Ich schalte deshalb nur auf «Do not disturb.» Das klingt nach keinem grossen Unterschied, aber psychologisch ist er gross: Beschämt muss ich gestehen, dass ich während der Schlussentspannung auch schon Nachrichten gelesen habe.

Vielleicht denkst du: Ist doch kein Drama. Aber erst als ich nach Langem wieder ohne Smartphone unterrichte, war ich fokussiert, hatte eine Idee nach der anderen und die Zeit verging im Flug. 

Meine Hauptdroge war nicht im Raum. Ich war nicht abgelenkt und ganz bei der Sache. Wir kennen alle die Befriedigung, die der Flowzustand bringt. Wir sehnen uns danach, vertreiben sie aber paradoxerweise ständig mit unseren Smartphones, mit den unzähligen Entsperrungen und Mikrounterbrechungen. 

Immer mal wieder fasten

Natürlich gab es Momente, wo ich ohne Smartphone auflief. Ich hatte meine Agenda nicht zur Hand, konnte mein Ebanking nicht nutzen und keine Fotos machen. Tram- und Bustickets musste ich am Automaten lösen. Morgens fragte ich meinen Mann, ob er für mich die Wetter-App checken könne. Aber ich wusste, es war nur vorübergehend.

Ich will das Smartphone nicht verteufeln und schätze weiterhin die Abläufe, die es im Alltag erleichtert. Ohne Google-Maps wäre ich oft aufgeschmissen. Trotzdem war meine Smartphone-Sucht ein blinder Fleck. Mir war nicht bewusst, wie tief die Gewohnheit von nur mal kurz Nachschauen und doch Hängenbleiben schon eingeschliffen war. 

Ich nehme viel mit aus dieser Digital-Detox, gerade für fokussierteres Arbeiten und fürs Präsentsein im Familienleben. Vielleicht mache ich das jetzt alle paar Monate. 

6 July 2022No Comments

Neuland macht glücklich – vier Lebensweisheiten, an die der Umzug mich erinnert hat

Wir sind umgezogen und angekommen. Bis auf ein paar Lampen und Bilder hat alles seinen Platz gefunden. Manchmal kann ich kaum glauben, dass dieses Licht durchströmte, neue Zuhause für uns ist. Und doch fühlt es sich schon sehr wie Daheim an, jetzt wo es von unseren Sachen besiedelt ist. 

Read more

17 November 2021No Comments

Postpartum: pain is our friend

One of the most conspicuous changes after the birth of a child, especially if it's your first, is that you go from being an independent person to being at the beck and call of a tiny human. Often we don't have time and space to do what we did before to soothe our nerves. Whether it was meditation, running, playing the piano or having a quiet chat with our partner – in the beginning, there's hardly any time for it.

Read more

20 May 2019No Comments

Forty days after baby

In yogic circles, setting an intention isn't the same as a new year's resolution. It doesn't mean bending over backwards to reach my goal. You formulate your intention in the privacy of your mind and leave it at that. Still, something within re-aligns. It's like the act of unfurling the sail on the mast. Then all there's left to do is to wait for the wind to blow in the right direction. And one day, you just take off.

Read more

30 April 2019No Comments

The principle of joy

In yogic circles, setting an intention isn't the same as a new year's resolution. It doesn't mean bending over backwards to reach my goal. You formulate your intention in the privacy of your mind and leave it at that. Still, something within re-aligns. It's like the act of unfurling the sail on the mast. Then all there's left to do is to wait for the wind to blow in the right direction. And one day, you just take off.

Read more

27 March 2019No Comments

Addicted to control

he root of the problem is that I'm addicted to control. Why? Because it soothes my anxiety. Other people might have a couple of drinks, to feel more relaxed, or snort cocaine to feel invincible. I get high on control, on that high-strung feeling inside. I get a kick out of the illusion that personally holding things together will prevent the world from falling apart. But like any proper addict, the moment the craving is satisfied, I don't feel better. There's already the next thing to worry about and the next hit to procure.

Read more

11 October 2018No Comments

The nasty email

I believe we've all been on the receiving end of a nasty email before. This is how my last week started, with an abrasive email on Monday morning. I find myself itching to ask: What do you do when this happens to you? Because after all the soul-searching work I have done – from meditation to family constellation, from shamanistic rituals to therapy, from kinesiology to astro readings – these emails get me every time.

Read more

23 September 2018No Comments

A clear signal – about speaking our truth

I know mitigating the truth is not lying, but it's not exactly saying the truth either. Plus, there's something incredibly frustrating about biting your lip and not feeling safe enough to say what you mean. It feels a lot like the white noise while you search for a radio channel.

Read more

17 August 2018No Comments

What can I give to this? – emotional materialism and its antidote

I had signed up for a vacation

A two week vacation in Lisbon was supposed to be the harmonious conclusion of my maternity leave. But every day I ended up feeling frustrated and disappointed with myself. I might have underestimated the challenges of a city trip with two children. No, I definitely did underestimate the challenges of traveling with two children with a different set of priorities (three and a half year old boy and four-months-old baby). Most days I ended up being impatient and irritable with my older child.

A city trip of course involves a lot of dirt. Not that beaches or mountains are always clean, but cities tend to come with their extra-layer of muck. Switzerland is such a clean country that my son is not aware that he can't touch everything with his hands. I'm usually not the type of mother who obsessively disinfects her children's hands. But it also happened that baby girl caught conjunctivitis. So here I was, constantly fretting about dirt and bacteria.

But let's face it, the dirt was not the real problem. I was generally stressed out due to the new environment. I missed the stability of home, knowing how things work and where to buy what and – hello! - speaking the language. My son is at that age when it's hard to sit still. He wants to take in the world. How can I blame him for wanting to watch fire trucks go by and slowing down whoever is walking behind him? But I often do.

It bugged me that I wasn't able to react in a more calm and grounded way. I'm not a naturally patient person. But thanks to my yoga practice, I manage. The occasions when I lose it are not that common. Especially with my children. But on said vacation I ended up scolding my son every day. And so every night, I felt disappointed with myself.


Using relationships for gratification

On the flight home, I came across this passage in Ethan Nichtern's The Road Home (which I highly recommend, by the way): “(...), our habit of materialism has also affected our interaction with other people. Without paying attention, we have objectified so many of our human relationships. Unknowingly, we use others as merely the vessel of our own gratification.”

That stopped me in my tracks. For two weeks my son's behavior had been inconveniencing me. It was not what I had signed up for. I had expected a relaxing time with my family. But then I found myself in a situation that required me to be patient, understanding and calm. It required me to give when I wanted to receive. Still I was stubborn in my need to consume. I wanted my child to afford me some quiet time. I wanted him to sit still and not touch the dirty metro seat. I wanted him to shut up and eat his foreign tasting sausage.

What can I give to this?

“When it comes to relationships, try to ask, what can I give to this, instead of, what can I get out of this?” This is something a yoga teacher of mine once said. I often think of myself as someone who gladly puts her children first. But like anyone else, I seek gratification. It's not only what society ingrained in us, it's the way our mind works. It's geared to ensure survival. So it craves what it needs or wants and rejects what is troublesome.

This is where motherhood (and fatherhood) is such good therapy. There is no way that you can put your own needs before those of your children. Most of the time they come first. These are the years for sacrifice, which sounds bleak, but it's not. When it can no longer be about me, myself and I, it's quite simply not about you any more. Your problems recede into the distance, and magically, they are no longer a problem. If you can see it that way, it's liberating.

A friend of mine once said: “With one child, we could still control the chaos. With two, we can only embrace it.” Wanting to have your own wishes granted, is an attempt to regain control. It happens to me on the daily, when I pull all the stops to ensure an early bed time for the kids, so I can squeeze in half an hour of writing or a few yin poses I go to sleep myself. I race to have dinner ready, to put them in their pjs and get the bed time story over with. But when I decide to surrender to the fact that they will have their way (and I will not), I am so much more relaxed. Everybody ends up so much happier.

How much easier would our life be if we put up less resistance to what is? If we could shift our perspective from thinking about what we can get to what we can give, we would be okay with not getting what we want. How gratifying would our relationships be if we could just surrender to what they are instead of trying to get something out of them?

© Copyrights 2022-2023 | Elisa Malinverni | All rights reserved                                                                                                                                                                                                                                                          | AGB| Kontakt & Newsletter

© Copyrights 2022-2023 | Elisa Malinverni | All rights reserved | AGB | Kontakt & Newsletter

© Copyrights 2022-2023 | Elisa Malinverni |
All rights reserved | AGB| Kontakt & Newsletter

© Copyrights 2022-2023 | Elisa Malinverni | All rights reserved | AGB | Kontakt & Newsletter

© Copyrights 2022-2023 | Elisa Malinverni
All rights reserved | AGB | Kontakt & Newsletter